Wie WhatsApp Ihr Unternehmen stärken kann…

Storytelling mit WhatsApp

Dass Social Media Kanäle wie facebook inzwischen für die Unternehmenskommunikation relevant geworden sind, sollte bei jedem angekommen sein. Wie kann man aber in der heutigen Zeit von Smartphones noch direkter mit seiner Zielgruppe in Kontakt kommen?

Die Statistiken zeigen es deutlich: Nicht nur Social Networks, vor allem auch Instant Messenger sind als App-Downloads immer beliebter. Snapchat, LINE und Viber sind auf dem Vormarsch. In Deutschland hat WhatsApp auch nach der Datenschutz-Debatte und der Übernahme von facebook weiterhin die Nase vorn. Unternehmen sollten sich also über neue Ideen und Konzepte der Vermarktung Gedanken machen. Klassische Werbeanzeigen oder eigene Kanäle für Unternehmen sind in der Zukunft durch facebook sicher angedacht, zur Zeit aber noch nicht möglich. Bleibt also die Frage, mit welcher Strategie man bereits jetzt Erfolg haben könnte.

WhatsApp für Recruiting

Sehr eindrucksvoll hat Daimler kürzlich einen Aufruf gestartet:

100 Teilnehmer hatten die Möglichkeit, Edith einen Tag per WhatsApp auf Arbeit zu begleiten. Mit Nachrichten und Fotos verschickte Edith Einblicke in ihren Alltag, die Teilnehmer konnten Fragen stellen und somit eine Live-Karriereberatung erhalten.

WhatsApp: Recruiting für Daimler

Quelle: Daimler-Blog

WhatsApp als Kanal für Storytelling

Ein Instant Messenger wie WhatsApp setzt in erster Linie auf Content. Ein gutes Beispiel für Storytelling liefert die Heilbronner Stimme. Die Redaktion entschied, ein historisches Ereignis zu nutzen: Am 4. Dezember 1944 wurde Heilbronn durch ca. 250.000 Bomben innerhalb einer halben Stunde fast völlig zerstört. Die Fakten sind zu nüchtern, als dass man diesen Tag begreifbar machen kann. stimme.de rief über ihre Website und Facebook dazu auf, sich per Stichwort für die WhatsApp-Stoy anzumelden. Am 4. Dezember erhielten die Abonnenten über den Tag verteilt Fotos und Stories, was an diesem Tag vor 70 Jahren in der Stadt geschehen ist.

WhatsApp: Storyelling bei stimme.de

Quelle: Collage Screenshots von stimme.de

Das Besondere an WhatsApp ist, dass der Empfänger per Push-Nachricht auf dem Bildschirm direkt benachrichtigt wird – egal, wo sich der Nutzer gerade befindet. So drangen die Texte und Bilder direkt in den Alltag ein, ähnlich wie 1944: unerwartet und mit voller Wucht.

WhatsApp: Storyelling bei stimme.de | Feedback

Quelle: Collage Screenshots #digilab

Die Technik

WhatsApp gibt es nur als diese App, wie wir sie alle kennen. Es gibt keine Unternehmensprofile, Profi-Accounts oder ähnliches. Von daher ist solch ein Projekt mit extrem hohem Aufwand verbunden.

stimme.de startete ca. 10 Tage vorher die Anmeldung und erwartete ca. 500 Teilnehmer, jedoch wurden es weitaus mehr. Nach 2500 Anmeldungen mussten sie die Liste schließen, einer größeren Zahl wären die Redaktion als auch die Technik nicht gewachsen gewesen. Die Aufnahme der Teilnehmer erfolgte händisch in das Telefonbuch eines Smartphones, jeweils 250 Teilnehmer wurden einer Broadcast-Liste zugewiesen.

Der Vorteil von Broadcast-Listen ist, dass die Nachricht beim Empfänger wie als eine persönliche Nachricht ankommt – im Gegensatz zu den Gruppen-Chats, in denen man alle Teilnehmer sehen kann. Nachteil widerum ist, dass der Empfänger den Absender im Telefonbuch haben muss, da sonst die Nachricht nicht ankommt.

Daimler benutzte die übliche Gruppenfunktion bei WhatsApp, die nur 100 Teilnehmer aufnehmen kann. Durch die private Atmosphäre zum Testimonial sah sich Edith teilweise 100 Privatchats gegenüber – ohne ein Team, das sich den generellen Fragen zur Karriere bei Daimler gewidmet hat, hätte sie den Nachrichtenfluss nicht bewältigen können.

Andere Projekte mit WhatsApp

Die Nordwestzeitung hat den Messenger-Dienst beispielsweise als Infokanal genutzt: Der Schulausfall-Melder. Einziges Problem: Bisher ist an keinem einzigen Tag die Schule ausgefallen. Dennoch ist der Dienst nach wie vor aktiv.

Pioniere von Infokanälen kommen mehr aus dem Servicebereich. So schaltet BBC World bereits 2013 einen Infokanal über den Taifun Haiyan auf den Philippinen. Im Oktober 2014 starten sie ebenfalls einen WhatsApp Chat mit Informationen rund um das Thema Ebola in Afrika.

Ausblick

Viele Zeitungen nutzen WhatsApp bereits, verwenden die Plattform aber als reinen News-Service mit Text-Snippets und Linkplatzierungen. Wo bleibt der Einsatz von Grafiken, Video, Audio und Memes? Gerade das sind Inhalte, die auf Social Media Plattformen und Instant Messengern geteilt werden.

Dass jedoch WhatsApp nicht nur im journalistischen Bereich sondern auch für Unternehmen von Vorteil sein kann, hat Daimler bewiesen. Weitere Unternehmen wie der Mobilfunkanbieter yourphone nutzen den Kanal für ihren Kundenservice oder auch als Infodienst für Wochenendangebote wie die Fleischerei Stroh.

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