„All starts with the camera…“ – Die Erfolgsstory Snapchat

Zwei Mädels machen ein Selfie

Snapchat ist in aller Munde und das nicht ohne Grund.

Es wird gemunkelt, Evan Spiegel sei der neue Mark Zuckerberg. Und Snapchat schon vor dem Börsengang erfolgversprechender als Twitter. Gute Gründe also, dass sich die Profis DIE Smartphone-App 2016 mal näher angesehen haben.

Alle tun es. Wir auch: Berichten über Snapchat. Da neigt sich gerade einmal das erste Quartal 2016 dem Ende und schon heißt es überall: DIE App 2016. Gut, werfen wir als erstes mal einen Blick auf die Zahlen:

> 100 Millionen Nutzer pro Tag
> 7 Milliarden Video-Views pro Tag
> geschätzter Unternehmenswert: 16 Milliarden Dollar
> anvisierter Umsatz für 2016: 350 Millionen Dollar

Zugegeben, das ist beeindruckend. Also, was zur Hölle hat es jetzt mit dieser App auf sich?

Die App für’s Teilen verschwindender Fotos und Videos

Der Fun-Factor schlechthin bei Snapchat: Foto machen, drauf rum malen, verschicken. „All starts with the camera… just a photo, just a snap.“ Die Kamera ist das Hauptfeature, so der Snapchat-Gründer Evan Spiegel. Der ist übrigens Jahrgang 1990, turtelt mit Miranda Kerr und ist schon, japp, Milliardär. Wir hätten dementsprechend eine schöne Snapchat-Idee: Evan Spiegel, Fokus auf sein Hinterteil und jede Menge Sonnenstrahlen. Ach so, neben Fotos lassen sich auch Videos verschicken und mit bunten Farben, Text oder Emoticons verschönern. Die Auswahl der Bearbeitungsoptionen erinnert an einen Mix von WhatsApp-Emojis und Stift-/Text-Features à la Paint (die Windowsbenutzer wissen, was wir meinen). Daneben kann man, nach der Zustimmung über die Standort-Bestimmung, auch einen Filter, z.B. in schwarzweiß nutzen. Werden die Kunstwerke an einzelne Personen verschickt, können sie nur ein einziges Mal abgerufen werden. Es lässt sich vor dem Verschicken einstellen, wie viele Sekunden das Bild oder Video vom Empfänger angesehen werden kann. Soll nun der Snap verschickt werden, muss „nur“ noch der Zugriff auf die privaten Kontakte genehmigt werden und schon kann der Snap rausgehaun werden. Alternativ kann man seinen Snap auch für 24 Stunden als Story veröffentlichen. Vernetzen kann man sich mit seinen Freunden oder einfach bestimmten Snapchat-Kanälen folgen. Im Vergleich zu anderen Social Media Kanälen kann man bei Snapchat nicht: 1. die eigenen Follower einsehen, 2. einzelne Artikel/ Stories teilen, 3. Inhalte nach 24 Stunden abrufen.

Snapchat-Selfie mit Gesicht

Selfie unserer Freelancerin Lena – alles für die Snapchat-Recherche

Snapchat-Journalismus
Snapchat ist beliebter als Periscope und gerade der Renner unter den Journalisten. Vorgemacht haben es, wie so oft, die US-Medienhäuser. Sie nutzen Snapchat, um ihre Reportagen ans jüngere Publikum zu bringen. Kurz. Schnell. Auf den Punkt. Das kommt gut an bei der Zielgruppe 13 bis 23, die man „lässig“ mit einem „Bildchen“ abzuholen versucht. Im deutschsprachigen Raum nutzen bisher vergleichsweise noch wenige Journalisten Snapchat als neues Reportageformat. Großes Plus: Die App eignet sich besonders, um live von Events zu berichten und Leute vor die Kamera zu „zerren“. Minus: Eine ausführliche Berichterstattung ist nicht möglich. Der besondere Reiz: Die Beiträge sind max. 24 Stunden verfügbar. Das wirkt antiquiert im Vergleich zur ständigen Verfügbarkeit aller Infos. Und das ist hip. Fazit: Snapchat ist eher kurzer Unterhaltungskram denn tatsächlicher Journalismus. Aber, hier kann man noch mit Storytelling spielen. Die Formate sind nicht so durchgestylt wie auf den üblichen Social-Media-Kanälen.

Facebooks Snapchat-Conter: Übernahme von MSQRD
Wir wissen natürlich nicht, wie Mark Zuckerberg auf den direkten Vergleich zwischen sich und Evan Spiegel reagiert. Aber, manchmal sagen ja Taten mehr als Worte. Und so deutet Facebooks Übernahme der stetig populärer werdenden App „MSQRD“ (gesprochen Masquerade) darauf hin, dass der Facebook CEO in Sachen Viedeoapp wohl auch Großes vorhat. Wenn ihr euch fragt, was zum Geier es mit dieser App jetzt wieder auf sich hat, dann verweisen wir auf die großartige Demonstration unseres US-Lieblingsmoderators Jimmy Kimmel und die etwas sprödere Vorstellung von Mark höchstpersönlich.

Snapen oder Nicht-Snapen?
Wir sagen: Ihr seid sowieso eher laissez faire mit euren Daten (Zugriff auf Standort, Kontakte etc.) unterwegs? Ihr wollt einfach mal selbst antesten, worüber alle quatschen? Dann ladet euch Snapchat herunter und probiert es aus. Die Bedienung der App funktioniert rein intuitiv. Wir hatten auch unseren Spaß damit. Für ein paar Stunden. Dann haben wir nochmal die Berichte zu den Sicherheitslücken gelesen. Und das schöne an Apps: Man kann sie auch wieder löschen.

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