Ein Bild auf sächsisch, bitte!

Ein Bild auf sächsisch bitte!

Die Standortkampagne „So geht sächsisch.“ läuft seit Mai nun auch auf Instagram. Eine Einschätzung der Social Media Profis.

Seit letztem Jahr gibt es die neue Sachsen-Kampagne „So geht sächsisch.“ Mit Spots im Fernsehen, Kino und Internet, Großflächenplakaten und Anzeigen startete die Agentur Ketchum Pleon das neue sächsische Statement: „SÄCHSISCH IST VIEL MEHR ALS EIN DIALEKT. Sächsisch ist eine Lebenseinstellung.“ Die Kampagne ist also nicht neu, aber der Instagram-Account seit Anfang Mai ist noch recht frisch.

Die Kampagne auf facebook

So geht sächsisch“ ist mit einer eigenen Seite auch auf Facebook vertreten. Mit über 47.000 Fans ist die Seite zu einer Art Portal für Veranstaltungen, Reisetipps und regionale Informationen geworden. Zwischendrin tauchen neue Werbeträger wie Busse, Lebensmittelpackungen oder Magazine auf, die den neuen Claim „So geht sächsisch.“ verbreiten. Der bunte Mix aus sächsischer Interna, Gewinnspielen und Kampagnenmotiven geht auf – und die Fans reagieren. Beliebt sind natürlich vor allem und wie so oft die Gewinnspiele. Die Preise sind hier Eintrittskarten oder auch einfach mal nur drei Tüten Russisch Brot – natürlich mit „So geht sächsisch“ drauf. Sehr sympathisch – es muss ja nicht immer gleich ein Auto zu gewinnen sein.

Nun auch bei Instagram

Ein besserer Kanal, um Sachsen-Fans direkt mit ins Bild zu holen, bietet nun Instagram. Seit Anfang Mai wird nun auch dieser Kanal für die Kampagne bespielt. Unter der Verwendung der Hashtags #SimplySaxony und #Sogehtsaechsisch werden Nutzer aufgerufen, ihre Bilder von Sachsen zu zeigen. Aktuell sind unter den 36 Beiträgen 5 Bilder, die von anderen Instagrammern geteilt wurden – die restlichen Fotos sind Motive, die auch auf Facebook und der Website für Artikel verwendet werden. Ein Blick auf das tagboard zeigt die Nutzung der beiden Hashtags auf folgenden Social Media Kanälen: Twitter, Facebook, Instagram, Google+, Vine und Flickr.

Zuerst also ein Überblick für #sogehtsaechsisch:

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Quelle: Screenshot tagboard #sogehtsaechsisch

Ein Blick auf die Absender zeigt deutlich, dass vor allem offizielle Profile wie Vogtland Tourismus, Photo Aurich und Simply Saxony selbst den Hashtag verwenden. Nur 2 private Instagrammer haben ihr Bild mit #sogehtsaechsisch getaggt.

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Quelle: Screenshot tagboard #simplysaxony

Die englische Variante #SimplySaxony wird anscheinend mehr angenommen. Private Fotos von Landschaften oder Sehenswürdigkeiten sind hier bereits mehrfach getaggt worden.

Wenn man die beiden Hashtags in ihrer Wortwahl vergleicht, ist #sogehtsaechsisch viel näher an der eigentlichen Kampagne dran und trotzdem eher schwierig bei den Nutzern im Kopf zu platzieren. Es ist eher ein typischer Marketing-Hashtag. Der englische Hashtag #SimplySaxony dagegen läuft schon gut und wäre auch in deutscher Sprache mit #einfachSachsen viel leichter zu transportieren, als #sogehtsaechsisch. Warum? Er ist offener und lässt den Leuten mehr Raum für Interpretation. So bietet er viel mehr Potential für eine rege Teilnahme. Das Thema „Einfach Sachsen“ kann sowohl für Naturbilder, gut gelaunte Selfies, ein romantisches Candlelightdinner am See oder andere verrückte Einfälle genutzt werden. Soll heißen: um die User zur Teilnahme anzuregen, nutzt man am besten offen gestaltete Hashtags, die ein großes Themengebiet abdecken und dennoch eine Verbindung zur Marke bzw. zur Kampagne erkennen lassen. Die hier verwendeten Hashtags #sogehtsaechsisch und #SimplySaxony werden bereits auf verschiedenen Social Media Kanälen genutzt und für #SimplySaxony sehen wir hier eindeutig die Chance, dass sich dieser Hashtag viral auch noch viel mehr verbreiten könnte. Aufrufe bei Facebook (mit dem Hashtag #Simply Saxony), einfach mitzumachen und zu zeigen, was Sachsen bedeuten kann, dann die Vernetzung mit Instagram, Twitter und Flickr herstellen – und fertig ist eine gelungen virale Hashtag-Kampagne.

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Simply Saxony auf Instagram | Quelle: Screenshot Instagram

Grüne Aussichten

Da Instagram erst seit ca. 2 Monaten als Plattform hinzugekommen ist, stehen die Chancen gut, dass die Beiträge in Zukunft deutlich mehr werden. Warum? Die Urlaubszeit steht vor der Tür und der Deutsche Reiseverband ist sich sicher – der Trend geht wieder mehr zu Reisen im eigenen Land. Dann dürfte das ja passen. Klassische Medien wie Print und TV stehen bei dieser Kampagne bisher noch eindeutig im Vordergrund. Durch Foto-Gewinnspiele oder weitere Online-Kampagnen könnte die Nutzung der Hashtags noch weiter vorangetrieben werden. Warum nicht auch getaggte Motive von anderen Sachsen-Liebhabern mit in die Kampagne aufnehmen? Oftmals nutzen auch User die Hashtags, ohne dass sie sich direkt auf die Kampagne beziehen – aber man sollte im Social Web nun wirklich nicht engstirnig sein und auch Bilder mit aufnehmen, die nicht unmittelbar zur Kampagne gehören. Unser Tipp: offen sein, nach den Hashtags suchen und alles mitnehmen und sammeln, was so gepostet wird. Am Ende sollte es der Agentur nicht nur mit Bildern gelingen, Sachsen bekannter zu machen, sondern tatsächlich mehr Touristen ins Land zu locken. Wie wäre es also mit einer Verortung der Bilder? Vielleicht mit einer Art Geocaching, um all die schönen Motive noch einmal mit eigenen Augen sehen zu können? Auf mehr als 18.000 km² Spielfläche sollte sich die On-und Offline-Welt etwas mehr verbinden lassen.

Wir denken, dass gerade junge Leute sich wieder mehr mit ihrer Heimat oder Wahlheimat identifizieren – und zeigen wollen, wo sie sich gerade niedergelassen haben und was es in „ihrer“ Stadt – in „ihrer hood“ – so zu sehen gibt. Das Smartphone ist also eh ständig dabei und so könnte es aus Leipzig heißen: endlich zum Studium nach Leipzig, ein Selfie auf der Sachsenbrücke – angekommen in der Hype-Stadt, die so viel besser ist, als Berlin. Das Bild müsste dann nur noch getaggt werden – und ab geht’s. Und ein bisschen Mut für den sächsischen Dialekt würden wir uns eigentlich auch wünschen – was ist mit ditschen, forblembern und all dem Gelumbe? Ein handgemachtes Video mit echten Leipzigern, die ihre liebsten Dialektwörter zum Besten geben oder mit einem Dresdner, der gar nicht oft genug „Nu“ sagen kann – so was würde sich auf dem YouTube-Kanal auf alle Fälle gut machen. In diesem Sinne: #modschegiebschn

Hier geht’s zu SimplySaxony auf Instagram …

Und hier zur offiziellen Webseite …

 

Zuerst veröffentlicht auf sputnika.de

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