Bargeldlos durch die Nacht – mit elopay aus Berlin.

Social Media Profis treffen Startups | Heute: elopay

Unter Freunden macht man das schon mal: Geld leihen. Aber die Hauptsache ist, man bekommt es wieder. Aber wäre es nicht schön, seine Schulden viel einfacher und vor allem schneller begleichen zu können? Die App elopay kann das nun vereinfachen. Wir haben Tolga Önal (Managing Partner/CSO) und Özkan Akkilic (CEO) in Berlin getroffen – aber vergessen, ein Foto zu machen:

 

Wieviel Bargeld habt ihr gerade einstecken?

Tolga: Ich hab tatsächlich ziemlich wenig Bargeld dabei. Mit meinen Freunden und Kollegen kann ich elopay ohne Weiteres nutzen und selbst hier im Restaurant kann ich damit bezahlen.

Özkan: Und genau von da kommt eigentlich auch die Idee: aus der Gastronomie! Ich habe selber Bars, Restaurants und auch Supermärkte konzipiert, aufgebaut und geleitet. Immer wieder war ich an Optimierungen interessiert und habe versucht, neue Techniken und Programme einzuführen. Ich habe den Herstellern viele Tipps gegeben, was sie verbessern können. Aber das war alles sehr starr – da habe ich irgendwann gesagt, okay, jetzt ist Schluss. Ich möchte etwas Eigenes machen!

 

Ist da bereits der Startschuss für elopay gefallen?

Özkan: Noch nicht so ganz. Ich habe mit einem Partner zusammen an einem Konzept gefeilt, in dem es um die Optimierung des Bestellablaufs ging, Kundenbindungsprogramme und so etwas. Nur die Bezahlung fehlte noch. Als die deutschen Banken dann ihre APIs zur Verfügung gestellt haben, gingen wir in die ersten Verhandlungen. Aber das stellte sich als sehr mühsam heraus, deswegen haben wir das Konzept eigentlich eher wieder ad acta gelegt. Aber im Grunde war es eine erste Idee, aus der elopay dann entstanden ist, ja.

elopay | Screenshots der App

Einfaches Bezahlen auf dem Smartphone über elopay

Was kann elopay hier besser machen?

Tolga: elopay ist viel einfacher und näher am Menschen dran. Es geht keinen Umweg über die Banken mehr. Du zahlst einen bestimmten Betrag von deinem Bankkonto auf dein elopay-Konto ein und kannst sofort loslegen. Schuldest du deinen Freunden Geld wegen der letzten Party, kannst du es direkt über elopay verschicken. Oder andersrum: Du hast für deinen Kollegen das letzte Mittagessen mit bezahlt, dann kannst du es über elopay wieder bei ihm einfordern. Direkt auf dem Smartphone in der App, schnell aber eben auch sicher!

 

Sicherheit ist gerade bei Finanzthemen wichtig. Wie könnt ihr diese garantieren?

Tolga: Dein Konto bei elopay ist wie üblich durch deine E-Mail-Adresse und ein Passwort geschützt. Darüber hinaus musst du jede Transaktion mit einer PIN bestätigen. In den Einstellungen ist es außerdem möglich, die angemeldeten Geräte der App zu kontrollieren. Deine richtigen Bankdaten werden nicht gespeichert oder versendet, da die Zahlungen nur über elopay laufen. Und diese sind natürlich komplett verschlüsselt.

 

Habt ihr von Datenschützern oder Nutzern bereits Gegenwind erhalten?

Tolga: Klar ist man bei Finanzen immer noch etwas empfindlicher als mit generellen persönlichen Daten. Jugendliche werden immer wieder darauf aufmerksam gemacht, ihre Daten zu schützen. Aber was sie bei facebook, Instagram oder WhatsApp freiwillig von sich preisgeben, ist schon manchmal erschreckend. Generell ist es wohl so, dass die Älteren mehr Angst um ihre Daten haben und die Jüngeren sich dessen zwar bewusst sind, aber auch kein Problem damit haben.

 

Facebook ist ein gutes Stichwort. Seit ein paar Monaten kann man über den facebook Messenger auch Geld verschicken – vorerst nur in den USA. Aber die Funktion wird sicher auch in Deutschland eingeführt werden. Ist facebook damit eine Konkurrenz?

Özkan: Diese Frage bekommen wir fast täglich gestellt. Und wir sagen: Nein! Es gibt auch bereits andere Apps wie Venmo oder Skrill, mit denen du peer-to-peer Geld senden kannst. Es muss aber von jeder Dienstleistung oder Technik nicht nur eine App geben. Und gerade facebook wird es schaffen, die Nutzer an dieses Verhalten zu gewöhnen. So wird sich die Bezahlung unter Freunden extrem vereinfachen und die Akzeptanz von Geldtransfers auf dem Smartphone erhöhen. Was kann uns Besseres passieren?

Tolga: Der soziale Aspekt solcher Communities hat uns auch angespornt, den Newsfeed bei elopay mit einzubauen. Eine Bezahlung ist sonst nur eine Handlung zwischen 2 Personen, die mit der Überweisung des Geldes auch schon abgeschlossen ist. Wo ist da das Erlebnis? So kannst du im Newsfeed noch einmal schreiben, was für ne coole Party das war oder ob das Bier in der Bar gestern besonders gut geschmeckt hat. Außerdem zeigt es Interaktion. Eine App, die du startest und die nur darauf wartet, dass du einen Betrag eingibst, macht keinen Spaß. Payment muss mehr Community-Charakter bekommen, so dass es ein Erlebnis ist, sich Geld zu bezahlen.

elopay | Screenshots der App mit Newsfeed

Mit elopay soll man sich nicht nur Geld schicken, der Newsfeed bietet Platz für Interaktion

Warum sollte ich aber über elopay bezahlen anstatt eine klassische Banküberweisung vorzunehmen? Oder ich gebe meinen Freunden das Geld, wenn wir uns das nächste Mal wiedersehen.

Tolga: Klar, das kannst du nach wie vor machen. Aber weißt du deine IBAN mal eben auswendig? Ich muss sie dir also erst einmal schicken, als Nachricht oder per Mail. Derjenige muss über Onlinebanking dann das Geld überweisen und bestenfalls habe ich es in 1, 2 Tagen auf meinem Konto. Das ist viel zu langsam. Wenn du mit deinen Top 5 Freunden sowieso oft unterwegs bist, jeder hat ein Smartphone, jeder hat die App. Da geht es viel schneller und man kann seine Schulden sofort begleichen. Das ist ein gutes Gefühl.

Özkan: Und Payment wird sich nach und nach in den Alltag einschleichen. Früher hat man fürs Telefonieren viel Geld bezahlt, jede SMS 19 Cent. Heute geht das alles über Flatrates, beinah also kostenlos. So wird es auch mit den Überweisungen sein, das kostet alles nichts mehr und wird immer einfacher werden. elopay ist dem Ganzen einfach schon einen Schritt voraus.

 

Wie wird sich elopay weiterentwickeln? Ihr sagtet vorhin, ihr könnt direkt hier im Restaurant mit elopay bezahlen, wie funktioniert das?

Özkan: Hier können wir dem Besitzer auf sein elopay-Konto das Geld überweisen. Aber richtige Firmenkonten werden wir noch einführen. Nach wie vor ist es schwer, solche Systeme in lokalen Geschäften zu etablieren. Es ist mehr Aufwand, mehr Arbeit, mehr Kontrolle – es laufen mehrere Systeme parallel. Dazu sind die meisten nicht bereit. Es gab schon viele Anläufe wie QR-Codes, Beacons oder NFC-Technik. Apple beschränkt die NFC Nutzung für ihre Smartphones beispielsweise auf ihre eigenen Apps. Es ist kein offenes System für alle Branchen und Technologien da. Und es ist wichtig, die Gewohnheiten der Geschäfte aufzunehmen: Sie sind offline unterwegs, die Kunden, die Restaurantbesucher sind größtenteils online mit ihrem Smartphone. Sie wollen keine Stempelkarten oder Club-Plastikkarten mehr haben, sondern alles auf ihrem Smartphone bündeln. Wir haben also ein neues System konzipiert, mit dem man mit einem simplen kleinen Hilfsmittel, das an das Smartphone des Kunden gehalten wird, die Bezahlung durchführen kann. Keine Einrichtung, keine Installation oder Integration in die Abläufe des Geschäfts sondern einfach Loslegen. Im Herbst 2015 werden wir damit an den Markt gehen.

Tolga: Darüber hinaus werden wir aber auch mit einer B2B Payment-Lösung starten, die jetzt bereits im Mai gelauncht wird. Es wird eine Art Whitelabel-Modell von elopay sein. Wir stellen APIs bereit, damit Unternehmen dies in ihre Systeme integrieren können.

elopay | Screenshot der Website

Die App ist in wenigen Schritten erklärt | Quelle: Screenshot Website

Damit steht für dieses Jahr noch ziemlich viel Arbeit an. Wie groß ist das Team hinter elopay?

Tolga: Wir sind ca. 10 bis 12 Leute, hauptsächlich in den Bereichen Produkt, Entwicklung und Design. In den nächsten Monaten werden wir Marketing, Sales und Vertrieb noch verstärken müssen, denn über die Zeit wird die Akzeptanz der einfachen Payment-Lösungen vorangetrieben und wir sind bereits mittendrin. Die skandinavischen Länder zum Beispiel sind innerhalb Europas schon viel weiter als wir. Von denen können wir viel lernen und bestimmte Dinge gleich verbessern. Wichtig ist es, einfach dazubleiben und durchzuhalten. Denn nach der Startup-Phase geht es eigentlich erst richtig los!

 

elopay gibt es im AppStore über iTunes zum Download

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